Sonntag, 29. Dezember 2013

Das perfekte Gastgeschenk gehört sich so!

Ich gebs ja zu, mit Hochzeiten kenn ich mich nicht so gut aus. Ich kenne liebe und nette Bräuche, weiß über einige Traditionen Bescheid und hab mir so manches Wissen aus dem Netz und den eingängigen Zeitschriften angeeignet. Jedoch möchte ich meine Hochzeit so gestaltet haben, wie wir es wollen, nicht wie andere meinen, das es sein soll.
Und so kam es schon mehrmals zu Situationen, in denen unsere Vorstellungen anscheinend ganz stark von denen unserer Gäste abgewichen sind.
Doch was machen, wenn sich das nicht einigen lässt und dann schließlich darin mündet, dass und von diesem Gast "großzügigerweise" ein Geschenk zur Hochzeit gemacht wird, das wir nicht wollen und nicht brauchen? Wenn auf einmal das kleine Give-away, das wir uns als Gastgeschenk gedacht haben nicht gut genug für eine Hochzeit sei und deswegen der involvierte Gast beschließt stattdessen sein ideales Gastgeschenk in Auftrag zu geben?
Sämtliche Versuche, ohne zu verletzen, diese Hilfe abzulehnen und trotzdem die Hilfsbereitschaft zu würdigen endet in Abschmettern, denn wir wissen es nicht einfach nicht so gut und wir sollten lieber auf die Tips hören, denn das gehört sich so, das macht man so.
Gut, wir machen es aber so, wie wir wollen und so kommt es zur unausweichlichen Situation: Klare Worte, dass wir dieses Geschenk sehr lieb finden und die Hilfsbereitschaft schätzen, werden offensichtlich nicht wahrgenommen, denn gehört wird nur, dass wir andere Vorstellungen haben und unseren eigenen Weg gehen werden, den achso wichtigen Hinweis zwar zur Kenntnis nehmen, aber nicht umsetzen werden und somit dieses Geschenk dankend ablehnen werden.
Und wieder einen Menschen verletzt, den wir sehr lieben und schätzen... doch da müssen wir egoistisch bleiben, denn wir heiraten so, wie wir wollen... auch wenn uns die Selbstvorwürfe einige schlaflose Nächte bereiten...

Dienstag, 24. Dezember 2013

4 Hochzeiten, 1 Traumreise

Wir sitzen gelangweilt am Standesamt und warten, dass wir aufgerufen werden. Da aber noch ein paar Paare vor uns sind und wir in den letzten Nächten kaum geschlafen haben, geht uns bald der Gesprächsstoff aus, also streife ich meine Runden im Gebäude. Und was seh ich da?
Mitten im Standesamt hängen Werbungen und Anzeigen für eine TV-Sendung, wo sich Brautpaar hinwenden können, wenn sie wollen, dass ihre Hochzeit bis auf das letzte Fitzelchen filmisch nicht nur der gesamten deutschsprachigen TV-Landschaft preisgegeben wird, sondern auch noch von mehr als qualifiziertem Personal, anderen Bräuten, in alle Kleinigkeiten beurteilt wird. Ja, ich sehe diese Sendung auch, es ist eine Mischung aus Belustigung, Ideensammlung und Ablästern, dass das nie klappen wird, oder echt schlecht organisiert ist. Aber oftmals tun mir diese Brautpaar einfach nur Leid, denn man sieht das Individuelle, auf das sie stolz sind, das ihnen wichtig ist, und da es aber nicht ins Konzept einer "normalen" Hochzeit passt, wird es von den anderen Bräuten oder dem Off-Kommentator zerrissen. Oder, was auch immer wieder kommt: wenn sie dann zu regelkonform ist, dann werden Vorwürfe laut, sie sei nicht originell genug und hätte keinen persönlichen Touch. Egal wie mans hier macht, das zu gewinnen ist ein Glückspiel und hat viel mit Sympathie zu tun und damit, dass es in nahezu jeder Sendung diese gewisse eine Braut gibt, die alle anderen aus Prinzip ganz schlecht beurteilt und von den anderen fairen Bräuten dann allerdings die erforderliche Punktezahl für ihren Gewinn bekommt. Abschließend dann noch ein unschuldiges "Damit hätte ich nie gerechtet!" und schon geht's ab in traumhafte Flitterwochen und zurück bleiben fair beurteilende Bräute, die wegen ihrer Nettigkeit nicht gewinnen konnten.
Und da ich auch so eine Braut bin, die mal jedem Kleid 10/10 Punkten geben würde, denn immerhin weiß ich, wie kacke es ist, so was auszusuchen, hätte ich bestimmt keine Chance. Und jede Braut, die sich über die Geschmäcker der Gäste den Kopf zerbrochen hat, wird wohl fairerweise von mir auch 10/10 Punkten fürs Essen bekommen. Und dass jede einzelne Zeremonie mit Herzblut und viel Liebe durchdacht und geplant ist, würde bei mir auch für jede mitmachende Braut 10/10 Punkten bringen... Also bin ich definitiv nicht zum Gewinnen geeignet, ganz unabhängig von meiner eigenen Hochzeit.
Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht will, dass sämtliche Leute mit Kabelanschluss meine Hochzeit sehen können...
Also gehe ich verschlafen meine Runde im Standesamt fertig, setze mich zu meinem Schatz, lege den Kopf auf seine Schulter und frag ihn ganz keck "Hase, wolln wir bei 4 Hochzeiten - 1 Traumreise mitmachen? Da hängt Werbung dafür!" Als Antwort bekomme ich die erwartete entsetzte Frage "Meinst du das ernst?" Und wieder weiß ich, dass wir genau gleich denken...

Montag, 23. Dezember 2013

Wenn die Technik dich wahnsinnig macht

In unserer Stadt ist es leider so: einen standesamtlichen Hochzeitstermin an einem Samstag zu bekommen ist ein großes Glückspiel, denn für alle ~ 1,75 Millionen gemeldeten Bewohner gibt es tatsächlich nur ein einziges Standesamt, das Samstags Termine vergibt und davon tatsächlich nur 4 pro Samstag! Ich bin kein Statistiker und kein Mathematiker aber ich hab irgendwie das Gefühl, dass es da ein wenig Streit drum geben könnte... und als ob das noch nicht lustig genug wäre, werden diese Termine genau um Mitternacht je 6 Monate vor dem eigentlichen Termin online freigeschalten. Zugegeben, das hat mich irgendwie an meine Studienzeit erinnert, als ich auch regelmäßig Punkt Mitternacht am PC gesessen bin und ständig F5 geklickt hab, bis es endlich möglich war, mich für einen Kurs oder eine Prüfung anzumelden. Also war ich es ja irgendwie schon gewohnt und da ich eine kleine Nachteule bin, war die Uhrzeit für mich auch kein Problem.
Gut, also mal ganz gemütlich um 23:45 den PC einschalten. Sobald er hochgefahren ist, will ich die Seite öffnen, doch halt, meine Maus ist futsch, sie reagiert nicht. Ein schneller Blick und es war klar, die Batterie ist leer. (gut, dass ich alles kabellos hab...) also schnell neue Batterien suchen, selbstverständlich war in der Schachtel nur noch eine, woher jetzt die andere nehmen? Die Fernbedienung muss dran glauben. Doch halt, die hat andere Batterien drin. Also schnell nachgedacht und die Esszimmeruhr geplündert. Gut, 2 neue Batterien, die Maus funktioniert wieder. Doch aus welchem Grund auch immer will mein PC nicht, wie ich es will. Inzwischen ist es schon nach 23:50. Sicherheitshalber bitte ich meinen Liebsten, seinen PC auch hochzufahren, man kann ja nie wissen. Tatsächlich kämpfe ich die nächsten 10 Minuten mit sämtlichen Methoden, um endlich online zu kommen, aber sowohl mein PC, als auch das Netzwerk können mich offensichtlich heute Nacht nicht leiden. Gut, dass der zweite PC schon online und inzwischen auch auf der richtigen Seite ist. Nach ein paar Mal F5 klicken erscheint auch tatsächlich um 00:00 die Möglichkeit die vier Termine anzuklicken. Unsere Wunschzeit angeklickt, doch was muss ich sehen? Mein Schatz ist ein Zocker und kann mit Kontrollern, Maus und den Tasten w, a, s und d wohl besser umgehen, als jeden, den ich kenne, doch im Tippen ist er echt langsam. Also hab ich seine Tastatur an mich gerissen und ganz schnell die erforderlichen Daten eingegeben. Es erscheint der Bildschirm "Danke für ihre Reservierung, sie bekommen ein Bestätigungsmail". Hm, doch wir bekommen kein Mail. Inzwischen ist es 00:02. Um 00:03 sind schon 3 von 4 Terminen vergeben und nur eine Minute später sind alle 4 verfügbaren Termine an unserem Wunschdatum bereits reserviert. Bestätigungsmail haben wir aber immer noch nicht erhalten. Wir wissen also nicht, ob wir nun unseren Wunschtermin haben oder nicht. Die sozialen Netzwerke lenken uns die nächsten 1,5 Stunden ab, dann gehen wir schlafen, immer noch ohne Mail. Ein wenig nervös kontaktieren wir unsere Weddingplanerin am nächsten Tag, von der bekommen wir den Tipp am Montag in der früh gleich hinzufahren und nachzufragen. Also die nächsten 2,5 Tage zittern. Dort dann die Erlösung: Die Reservierungsbestätigungen werden tatsächlich noch händisch per Mail verschickt, unser Wunschtermin ist auf unsere Namen reserviert, also passt alles... Danke Technik, danke Modernisierung... 3 Tage Angst und leichte Panik hab ich nun hinter mir, aber jetzt kann ich endlich gut schlafen...

Sonntag, 15. Dezember 2013

Darf ich kalte Füße bekommen?

Ich liebe meinen Schatz! Ich liebe ihn seit über 10 Jahren, wir leben seit 8 Jahren zusammen, kennen uns seit 16,5 Jahren und er ist sowohl meine erste als auch jetzt meine größte Liebe! Ich will ihn auch heiraten, das wollte ich immer schon. Aber da er bisher an seinem Lebensplan geklammert hatte und sich alles so ewig lang hinauszog, schien die Hochzeit immer unrealistischer und ich verlor mich in meinen Phantasien, die ja doch niemals wahr werden würden.
Doch wie ihr ja wisst, ist es doch wahr geworden, er will mich heiraten und das schon an unserem nächsten Jahrestag. Also haben wir begonnen, unsere Gedanken und Vorstellungen zu Papier zu bringen, haben über die unterschiedlichsten Themen gesprochen und dann schließlich unseren Plan an einen Profi abgegeben, der uns nun die Hochzeit organisiert.
Joa, so weit so gut. In dieser Phase hab ich mich sehr wohl gefühlt und war mir größtenteils auch immer sehr sicher. Doch nun wird es fix. Wir haben mit der Kirche und dem Pfarrer gesprochen, unsere Weddingplanerin hat Termine mit Floristen, Location, usw. ausgemacht und die Familie tratscht das Ereignis bereits herum.
Und dann kamen die Einladungskarten. Mit den Texten, den Worten und dann den Adressen sammeln wurde es irgendwie ernst. Wenn die Einladungen raus sind, sind weit über 100 Menschen informiert. All diese Menschen kennen dann den Ort und den Termin. Wir sind damit eine Verpflichtung eingegangen, an diesem Tag zu erscheinen und bitten all diese vielen Menschen ebenfalls zu kommen...
und auf einmal habe ich kalte Füße. Nicht im bildlichen Sinn, sondern wirklich. Bei dem Gedanken frieren auf einmal meine Hände, meine Nasenspitze wird eiskalt und meine Füße schwitzen kalt! Sie sind so eisig und doch feucht, ein Gefühl, das mir zugegeben fremd ist. Und jetzt weiß ich auch, was damit gemeint wird, die Braut hat kalte Füße...
aber darf ich kalte Füße haben? Es ist doch genau das, was ich immer wollte! Wollte ich das wirklich? Oder hab ich mich nur in eine Phantasiewelt verliebt, die für mich keine Gefahr bedeutete, weil es für mich ohnedies sicher war, dass es nie geschehen wird? Ähnlich wie bei einem Tattoo: Man freut sich darauf, malt sich die Positionen und das Bild aus. Man plant gedanklich den Tätowierer und sucht sich ein Datum und in all der Zeit gibt es nur ein Gefühl, die Freude. Doch dann auf einmal soll der Termin tatsächlich stattfinden, es ist nicht mehr nur ein schöner Gedanke, sondern der Schrecken der Realität holt mich ein.
Nein, ich bin mir sicher, ich will ihn heiraten! Ich bin mir nur nicht mehr so sicher, ob ich ihn wirklich so heiraten will, ob mir das ganze nicht ein wenig zu viel wird... vielleicht was es doch keine gute Idee, die ganze Familie und den Freundeskreis einzuladen, denn das macht mir Bauchweh...

Freitag, 13. Dezember 2013

Weg ist das Transportauto

Eine Sache, die schon lange geklärt schien, war die Frage des Transportes. Erfreulicherweise haben wir einige Freunde mit wirklich schicken Autos und da ich gegen einen Transport mit von Pferden gezogenen Kutschen bin, haben wir mal so herumgefragt, ob uns jemand fahren würde. Und sogar unser Traumauto bekamen wir zur Verfügung, als war das für uns ein abgehackter Punkt, um den wir uns nicht mehr kümmerten. Das Auto ist sehr schön anzusehen und ist gleichzeitig so groß, dass ich mit dem Reifrock inkl. Riesenkleid drin Platz hab.
Doch auf einmal wird herumgedruckst, Treffen werden spontan abgesagt, die verschobenen Treffen werden nie nachgeholt. Auf Nachfragen bekommen wir keine klaren Aussagen, es ist allgemein eine richtige wischi-waschi-Situation. Den Grund erfahren wir leider nie, obwohl wir nachfragen heißt es immer nur, es sei ja eh nichts, man wäre nur zu beschäftigt. Und weil wir so ein schlechtes Gefühl im Bauch haben, stellen wir die Frage direkt heraus: Werdet ihr bei unserer Hochzeit sein?
Die Antwort ist ein klägliches Nein, es liegt am Partner, der habe uns die Freundschaft gekündigt; weder wir noch der Autobesitzer wissen, wieso und auf Nachfragen bekommen wir keine Antwort. Also wurde uns die Freundschaft gekündigt, ohne, dass wir je erfuhren, wieso und zudem mussten alle sämtlichen Kontakte auch abgebrochen werden, was zwangsläufig dazu führt, dass wir zusätzlich zu 2 guten Freunden auch unseren Hochzeitstransport verloren haben und nun schnell nach einer Alternative suchen müssen...

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Was wünschen, wenn alles da ist?

Wir haben bereits eine lange Geschichte hinter uns. Das sagt jedes Paar, aber nach einer jugendlichen ersten Liebe und mehreren Jahren Freundschaft gefolgt von bald 13 Jahren Beziehung, denk ich, können wir wirklich auf eine lange gemeinsame Vergangenheit zurückblicken. Und in dieser Zeit haben wir einfach entdeckt, dass wir die gleichen Pläne, Vorlieben, Lebenspläne usw. haben. Seit rund 8 Jahren leben wir zusammen und sind mittlerweile von der jugendlichen ersten eigenen Wohnung in eine eigens finanzierten Eigentumswohnung inkl. 2 Kinderzimmer gezogen.
Wir hatten also genug Zeit und Gelegenheiten, uns unseren eigenen Hausstand aufzubauen und auch sonst ist alles geregelt.
Also, was sollen wir uns von unsere Hochzeitsgästen wünschen? Neben ihrer Anwesenheit und guter Laune ist es in der Regel, dass ein kleines Goodie als Geschenk mitgebracht wird. Doch was, wenn ich schon alles hab und Blumen in den Mengen einfach nicht brauchen kann?
Wir haben lange überlegt, doch eine Sache gibt es, die wir uns wünschen würden: Wir würden gerne auf gemeinsame Flitterwochen gleich nach der Hochzeit fliegen. Da jedoch unser ganzes geplantes Budget für die Hochzeit an sich draufgehen wird, bleibt kein Geld mehr dafür übrig. Daher haben wir uns entschlossen, uns von unseren Gästen nur Geld zu wünschen.
Doch bitte, wie schreib ich das auf die Einladung? Hey, du bist eingeladen, ich würde mich sehr freun, wenn du zu unserer Hochzeit kommen könntest und übrigens, wir wollen Geld von dir?
Also an diesem Text haben wir echt ewig diskutiert, gefeilt und geplant. So richtig happy sind wir nach wie vor nicht, aber wir haben uns auf ein lieb geschriebenes kleines Gedicht geeinigt, das vermittelt, dass wir bereits alles haben und uns daher, wenn gewünscht, über finanzielle Unterstützung für unsere Flitterwochen freuen würden. Aber wie soll man das denn eigentlich wirklich machen? Gibt's dafür einen Masterplan?

Dienstag, 10. Dezember 2013

10% der eingeladenen Gäste kommen nicht

Beim Planen der Gästeanzahl müssen einige Dinge beachtet werden. Wird ein guter Freund eingeladen, sollte der langjährige Partner dazu auch eingeladen werden. Da wir ja kinderfreundlich sind, wollen wir natürlich den eventuellen Eltern auch die Möglichkeit geben, ihre Kinder mit zu nehmen. Und schon wird aus ursprünglich einem gedachten Freund 5 Leute, für die Plätze, Essen und bei Bedarf auch Kinderbetreuung angeboten werden muss. Umgekehrt bedeutet das aber auch, sollte diese Familie wegen eines anderen Termins nicht können, sind schon schubs 5 Leute weniger auf der Gästeliste. Solche Zahlen sind nicht zu unterschätzen.
Wir haben uns auf eine Traumzahl geeinigt, dabei sind alle liebsten Menschen, die wir gern haben und ein statistischer Prozentsatz abgezogen. Laut mehreren Angaben im Netz, Literatur und Hinweise von bereits Verheirateten können ca. 10% der eingeladenen Gäste nicht kommen. Wir haben also unsere Liebsten zusammengezählt und dann 10% abgezogen, das wird nun unsere offizielle Gästezahl werden. Ob das dann eh passt, pf, keine Ahnung. Was solln wir machen, wenn 4 Menschen nicht können, doch ihren Anhang auch nicht mitbringen, schon sind 20 Leute weg. Und was sollen wir machen, wenn alle / fast alle kommen? Dann brauchen wir wohl einen zusätzlichen Tisch, was bei der Feier auf Kosten der Tanzfläche sein wird... So richtig wohl fühle ich mich mit diesen angenommenen Zahlen nicht, ich hoffe, dass sich bald klärt, wie viele Menschen wirklich kommen werden, immerhin muss die Planung ja weitergehen.

Freitag, 6. Dezember 2013

Fremde Pfarrer unerwünscht

Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit dem Glauben, das geb ich gerne zu. Aber in meiner Jugend fand ich einen Geistlichen, der mir den zeitgemäßen und lockeren Umgang mit Gott vorstellte und mit dieser Vorstellung lebe ich nun schon seit knapp 15 Jahren. Ja, ich glaube an Gott - nicht den rachsüchtigen, von dir Perfektionismus verlangenden, nachtragenden, sondern den verstehenden, verzeihenden und freundlichen Gott. Daher ist es für mich aber auch wichtig, kirchlich getraut zu werden und den Segen Gottes und unserer Glaubensgemeinschaft zu bekommen.
Doch was machen, wenn die Kirche, mit der du so stark verbunden bist nicht die Kirche deines Wunschpriesters ist?
Tatsache ist, es gibt eine Kirche, die mir sehr wichtig ist. Dieses Gebäude und ich haben eine nun schon 29jährige Vergangenheit und ich wäre sehr traurig, könnte ich nicht in dieser Kirche meinen erwünschten Gottessegen erhalten. Doch der Priester, der mich zum Glauben zurückgeführt hat und meine Neugierde an Religion und die Bedeutung in meinem eigenen Leben erweckt hat, stammt aus einer anderen Pfarrei. Theoretisch ist es möglich, dass mein Wunschpriester uns in meiner Wunschkirche traut, doch ist das mit einigen Schwierigkeiten gepaart. Denn wer sagt schon dem Pfarrer, dass man zwar seine Kirche, nicht aber seine Dienste in Anspruch nehmen will? Ein vorsichtiges Anfragen stößt gleich auf ein ruppiges, aber trotzdem unterschwellig verständnisvolles "Da müsse man noch schaun!". Aber ernsthaft, kannst du dem Pfarrer, der dich in seiner Kirche heiraten lässt sagen, dass du ihn selber nicht haben willst, weil du schon jemanden anderen haben möchtest?
Also nachdem wir uns wirklich wochenlang davor gesträubt haben, haben wirs nun hinter uns gebracht und es fühlt sich echt beschissen an. Es tut mir Leid und ich fühl mich schlecht.
Aber irgendwie hab ich langsam auch das Gefühl, dass meine Schuldgefühle wesentlich stärker als die Vorwürfe Traurigkeit des Pfarrers sind. Vielleicht sind fremde Pfarrer eh nicht soooo unerwünscht. Vielleicht hab ich nur das Gefühl, den zu meiner Kirche gehörenden Pfarrer zu hintergehen...

Donnerstag, 28. November 2013

Eine Zeitschrift wie die andere

Ursprünglich als Brautkleidhilfe organisiert kann ich nun auf eine recht stattliche Sammlung an Hochzeitszeitschriften blicken. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Frisurzeitungen, Hochzeitstortenzeitschriften, Locationzeitschriften, sowie unzählige Hochzeitsmagazine prall gefüllt mit Infos, Tipps und Ideenvorschlägen. Ich muss gestehen, ich genieße es, diese in der Badewanne durch zu stöbern, so manchen Test über meinen Hochzeitstyp oder meine Hochzeitstauglichkeit auszufüllen und kann sogar über die rund 60% Werbeanzeigen in diesen Zeitschriften hinwegsehen. Aber langsam schleicht sich mir ein kleiner Gedanke ein: Ich glaub, es gibt gar nicht so viele Hochzeitsthemen, über die berichtet werden kann. Nach dem 10. Unterwäsche-Check und der 50. Urlaubsempfehlung, der 100. Beschreibung, welcher Brautkleidschnitt zu welcher Figur passt und sämtlichen Pros/Cons zu den Themen Freilufthochzeit, Hund bei Hochzeit, und ähnlich elementar wichtigen Dingen, scheinen sich die Themen doch ein wenig zu wiederholen. Ganz entsetzt und enttäuscht hat mich ein teures und dickes Magazin von Martha Stewart. Erwartet habe ich mir unzählige To-Dos zum schnellen und günstigen Selbermachen, stattdessen musste ich auf unzählige Produktvorstellungen stoßen, immer passend gleich mit den Bestelllinks, selbstverständlich im deutschsprachigem Raum nicht erhältlich. Mir hat dies also genau gar nichts gebracht, außer der Lehre, dass ich nun kein eingeschweißtes Hochzeitsmagazin mehr kaufen werde, sondern zuerst ein wenig durchblätter. Denn noch möchte ich die Magazine nicht aufgeben, vielleicht können sie mir ja noch wichtige Infos geben, z.B. ob ich ein Weißgold- oder Gelbgoldtyp bin...

Freitag, 22. November 2013

Der Brautführer

Wieso geht eigentlich jeder davon aus, dass der leibliche Vater der Brautführer sein wird? Will ich den "letzten Gang als Unverheiratete" mit jemanden gehen, der mit vorgeschrieben wird? Das ist wieder so ein Moment, der in der Kategorie "das gehört sich so/ das muss so sein" zu finden ist. Für mich sollte mein Brautführer derjenige sein, der mich bisher versorgt und großgezogen hat. Zugegeben, ich führe seit rund 8 Jahren mit meinem Schatz unseren gemeinsamen Haushalt, also wäre wohl er die geeignetste Person, aber zuvor hat mich meine Mutter und zwar nur meine Mutter großgezogen. In der Pubertät habe ich meinen Vater für mich wiederentdeckt und genieße selbstverständlich die von mir gewünschten Kontakte, doch es wäre eine Lüge zu behaupten, dass er der geeignete Mensch ist, um mich an meinen Zukünftigen zu übergeben.
Doch immer dieser Druck und diese Erwartungen... Und ich will ja keinen Menschen enttäuschen,. schon gar nicht die, die ich gerne hab...
Ich hab mich jetzt zu etwas Unkonventionellem entschlossen: Ich werde einfach zwei Brautführer haben. Meine Mutter wird mich an meiner linken führen, ganz nahe an meinem Herzen, mein Vater wird mich an meiner rechten führen, so wie es die Konventionen (und er in seinem Brautvaterherzen) erwarten... Das ist die Lösung die ich für mich gefunden habe und mit der ich mich sehr wohl fühle. Mal schaun, was das dann für Getuschel auslösen wird...

Mittwoch, 20. November 2013

Schuhe eingehen

Irgendwo unter diesem elend weiten Reifrock und den gefühlten 20 Schichten Stoff verbergen sich bei mir doch tatsächlich hübsche Schuhe. Man wird sie wohl kaum sehen werden, trotzdem sind sie wunderhübsch und gefallen mir sogar sehr. Auch mein Liebster hat Gefallen an ihnen gefunden, war er doch beim Kaufen sogar selbst dabei.
Obwohl sie nicht so aussehen, sind sie überraschenderweise 10cm hoch und reihen sich daher eher schon in die Liga high-heels als flaches Schuhwerk. Auch wenn sie super bequem sind, müssen diese Hacken daher natürlich auch eingetragen werden. Liest man in Zeitschriften und Netz meist von ca. 2 Wochen Eintragezeit, finde ich dies doch eher unrealistisch. Denn man ehrlich, die Teile sind weiß und Stoff, in meinem Fall Satin, ziehen daher Flecken magisch an und lassen sich zudem wohl kaum wieder genehm reinigen.
Das lässt wohl nur einen Ort zum Eintragen übrig: die eigenen 4 Wände. Da ich aber trotz des langen Flurs und der beachtlichen Größe unserer Wohnung hier wohl kaum genug Kilometer zusammen bekomm, um sie innerhalb von 2 Wochen einzutragen, hab ich beschlossen, sie bei Zeiten schon jetzt immer wieder anzuziehen während ich durch die Wohnung tipple. Also klacker ich seit neuem bei der Hausarbeit, sei es nun dem Staubsaugen, dem Wäsche holen oder Aufräumen mit 10cm Hacken durch die Wohnung. Hoffentlich glauben die Nachbarn unter uns nicht, dass ich unter die HighHeels Fetischisten gegangen bin.
Und damit ich mich an das merkwürdige Tragegefühl gewöhne, hab ichs auch schon mal mit dem mörderriesigen Reifrock probiert...

Samstag, 16. November 2013

Love hurts

Dieses Mal ein kleiner Frustbeitrag, der genauso stark mit Liebe behaftet ist. Mit meinem Schatz hab ich gemeinsam eine Wachshand gestalten lassen, also praktisch in einem Institut einen Abdruck unserer Hand aus Wachs machen lassen. Leider war es nicht möglich, unsere Lieblingshandposition zu gestalten (Den angedeuteten Heiratsantrag durch 2 Hände ausgedrückt) aber die Alternative zeigt etwas viel alltäglicheres: Die Position, die wir tagtäglich mit unseren Händen einnehmen, wenn wir zu zweit unterwegs sind.
Und so nahm mich der Mann, den ich liebe, an die Hand, wie er es seit über 10 Jahren macht und wir beide tauchten ins heißes Wachs. Zunächst in weißes Wachs, das gleich 5 Mal. Ab dem dritten Mal hatte ich so massive Schmerzen, dass sich mein restlicher Körper schmerzerfüllt krümmte und ich gebe zu, hätte er meine Hand nicht gehalten, ich wäre nicht nochmal in die heiße Hölle eingetaucht. Nach einer kleinen Abkühlung im kalten Wasserbad mussten wir nochmal in die Hitze: dieses Mal farbig.
Während mein Liebster es nur unangenehm heiß empfand, fühlte ich, dass meine Schmerzen etwas darüber hinausgingen. Und nachdem wir aus dem Wachsklumpen herausgeschnitten wurden zeigte sich auch meine Befürchtung: Meine Hand war total gerötet, meine Nägel die nächsten 1,5 Tage so empfindlich, dass jede Berührung schmerzte und schließlich bewies die fiese Brandblase auf der Hand, dass es mir doch ein wenig mehr weh tat, als meinem Schatz.
Aber das Ergebnis ist wunderschön und zeigt eine alltägliche und gleichsam liebevolle und fürsorgliche Seite an uns: Unsere beiden Hände, Finger für Finger verschränkt, er mich fest haltend... und das in Wachs verewigt...

Mittwoch, 6. November 2013

Der Dresscode

Dies gehört wohl ganz gut in die Kategorie "Das gehört sich so", "Das macht man so".
Wenn der Wettergott uns gnädig ist und die Temperaturen schickt, die man sich zu der Jahreszeit unseres Hochzeitstermins erwarten kann, dann wird es wohl eine sehr warme Angelegenheit. Und auch wenn die Kirche eine sehr schön große und damit auch kühle Kirche ist, findet die Agape (wahrscheinlich) im Freien statt und die eigentliche Feier in einem alten Schloss, das weder Ventilatoren noch Klimaanlagen kennt. Dank der riesigen Fensterfront werden wir wohl alle eine schön heiße Sommerhochzeit genießen können und so machen wir uns als Festveranstalter natürlich auch Gedanken zum Dresscode und sind uns beide einig, dass wir eigentlich keinen wollen. Wir haben nichts gegen Flip Flops oder kurze Hosen. Gerne sehen wir luftige Kleider und kurze Hemden oder wer will natürlich auch im Shirt oder den Crocs. Einzige Vorgabe bei uns: Keiner soll weißer als ich, die Braut, sein.
Auf den Shitstorm, der auf die Ankündigung folgte waren wir aber zugegebener weise nicht gewappnet. Das können wir nicht machen, das darf bei einer Hochzeit nicht sein. Schicke Kleidung mit fein drapierten Kleidern, schnieken Anzügen und entsprechenden Accessoires sollten schon Plicht sein. Das gehört sich schließlich so.
Doch was gehört sich wirklich? Es ist doch unsere Hochzeit. Wir beide sind sehr leger und kleiden uns wetterentsprechend und angenehm. Wollen wir wirklich unser Fest der Liebe zu einem Schickimicki-Event gestalten, wo wir uns selber niemals wohl fühlen würden?

Sonntag, 13. Oktober 2013

Die erste Hochzeitsmesse

Hochzeitsmessen dienen ja dazu den uninformierten Brautleuten, Informationen für mögliche Dienstleitungen oder Attraktionen zu erhalten. Wir waren nun auf unserer ersten Hochzeitsmesse, die absichtlich ein wenig dezenter gewählt wurde. Es war zwar eine relativ umfangreiche Messe, jedoch nicht zu überladen und ich hatte das Gefühl, dass sich jeder Aussteller für mich Zeit nehmen konnte. Zwar habe ich sämtliche Infos aufgesaugt und auch brav alle Flyers eingesteckt, aber da wir nun doch schon so weit mit der Hochzeit sind, war es für mich eher eine Art Aussprechteln des Zusatzangebotes, das ich noch buchen könnte, sollte uns noch Geld bei unserem Finanzplan übrig bleiben. Aber ich hab einiges sehen können und auch ein paar Ideen sammeln, alles in allem eine gute Möglichkeit sich zu orientieren, besonders, wenn man noch nicht so viel Ahnung von der eigenen Planung hat. Und achja, nebenbei hab ich meine Sängerin und eine mögliche Richtung meiner Hochzeitsfrisur entdeckt! Und einen günstigen Schleier um 5€, der kaputt gehen kann für... nun ja, das verrat ich nicht. Ein bisschen geheimnisvoll muss ich mich ja schon noch geben...

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Wenn aus Freunden Professionisten werden

Eine Hochzeit ist eine ideale Gelegenheit, um die Menschen, die man liebt, in eine wunderschöne und großartige Sache zu inkludieren. Und so kann die künstlerische Freundin die Hochzeitskerze gestalten, die Sängerin verzaubert die Kirchenzeremonie, die hervorragende Bäckerin gestaltet die Hochzeitstorte, der Fotografie begabte Freund geht seiner Passion nach und die graphische Künstlerin kümmert sich um das komplette Layout. Das hat neben dem Vorteil des teilweise günstigeren Preises auch das wunderbare Erlebnis, die Hochzeit mit Menschen gestalten zu können, die sowohl dich und deine Vorstellungen kennen, als auch die machbaren Gegebenheiten ihrer Profession.
Doch aus irgendeinem Grund kann es auch kippen. Was, wenn auf einmal dein Freund zu dir sagt, er macht dir das zu dem ausgemachten Preis nicht. Oder wenn du ohne Kommentar eine höhere Rechnung ausgestellt bekommst?
Darüber gesprochen habe ich nicht, denn als Freundin war ich total irritiert und wusste nicht, wie ich damit umgehen soll. Und inzwischen hat sich der Kontakt nur noch auf die geschäftliche Beziehung meine Hochzeit betreffend reduziert. Ist das nun immer noch mein Freund? Oder spreche ich hier mit einem Professionisten, den ich bezahle?

Montag, 30. September 2013

Menü vs. Buffet

Beim Essen stellt sich die Frage ob Menü oder Buffet. Es sprechen einige Dinge dafür bzw. dagegen und wir waren uns wirklich sehr lange unsicher.
Der Vorteil am Menü ist der "geregelte" Ablauf. Die Gäste bekommen eine ausgewählte Mahlzeit an den Tisch serviert, die in der Regel auch noch sehr hübsch angerichtet ist. Der Nachteil ist, dass die Gäste verwurzelt an ihren Tischen sitzen bleiben müssen und beim Warten nur mit ihren Tischnachbarn in Kontakt sind. Es gibt meist nur 2, höchstens 3 Hauptgerichte zur Auswahl und die Portionen sind vorgefertigt, unabhängig von persönlichen Vorlieben.
Der Nachteil am Buffet ist das Herumgewusel, die Unruhe und die potentiellen langen Wartezeiten in den Anstellschlangen. Der Vorteil ist aber, dass es hier eine vielfältigere Kombinationsmöglichkeit gegeben ist, denn alles kann mit allem gegessen werden.
Wir haben uns für eine Kombination entschieden: Die Suppe wird zu Tisch serviert, es wird 2 Suppen zur Auswahl geben: Eine klassische, die jeder kennt und mag und eine zum Thema passende. Zu dieser Zeit sitzen alle Gäste also ruhig bei Tisch, was sich auch für Ansprachen prima eignet. Abhängig von der Essgeschwindigkeit löst sich danach die Schar ein wenig am Buffettisch auf, das folgende Essen der Hauptspeisen verteilt sich dann. Und die Nachspeise werden wir erst später servieren, zeitgleich mit dem Anschneiden der Hochzeitstorten  eröffnen wir die Candybar und den Schokobrunnen und laden so zur freien Entnahme von Süßem an 3 Stationen. Ich denke, das ist ein ganz guter Plan und sollte uns alle Vorteile bieten.

Freitag, 20. September 2013

Der Brautvater zahlt die Hochzeit

Kennt ihr noch die alten Zeiten, als es für eine Familie besser war, einen Sohn zu bekommen, schon alleine deswegen, weil sie dann keine Aussteuer zur Vermählung geben mussten? Früher zahlten die Brauteltern, in Zeiten des alleinverdienenden männlichen Oberhauptes der Brautvater, die Hochzeit der Tochter und ein wenig ist es in unseren Gedanken ja doch noch geblieben. Auch ich habe in meiner Familie um finanzielle Unterstützung gebeten. Nicht, weil ich mir meine Hochzeit finanzieren lassen will, den größten Löwenanteil zahlen natürlich mein Schatz und ich. Aber wir freuen uns trotzdem über den einen oder anderen Euro, der uns hilft, das Fest wunderbar zu gestalten. Meine Familie legt zusammen und kann uns mit viel mehr als wir erhofft hatten unterstützen und auch die Familie meines Göttergatten greift uns mit Geld ordentlich unter die Arme. Und mein Vater? Den Betrag, den er uns zukommen lässt ist ein wirklich hilfreicher und wir freuen uns sehr über seine Unterstützung, aber ich muss traurig erkennen, dass er für andere Bereiche seines Lebens viel leichter viel mehr Geld ausgibt, ja sogar für eine andere Hochzeit mehr gegeben hat... Bitte missversteht mich nicht, ich bin ihm wirklich dankbar, denn sein Beitrag ermöglicht uns wieder etwas Tolles, aber wenn man sieht, dass dem eigenen Vater die Hochzeit seiner eigenen Tochter im Verhältnis zu anderen Lebensbereichen weniger wert ist, sticht das im Herzen verdammt schmerzvoll... nicht, dass er wo anders mehr Geld reinsteckt, das ist sein gutes Recht, sondern eher, dass andere Dinge ihm wohl wichtiger sind, als ich, seine Tochter...

Freitag, 13. September 2013

Glück macht Neider...

Die Hochzeit steht an, man freut sich wie ein Hutschpferd und will die ganze Welt umarmen. Das Glück, für zwei Leute alleine ohnedies viel zu viel, soll geteilt werden und möglichst viele Menschen im Umfeld erreichen. Dieses überschwängliche Glück soll nur dieses bezwecken, nichts anderes...
trotzdem ereilen dich Nachrichten, das sei unecht, überspielt und keinesfalls real. Man spüre ja sogar wie unecht diese Glücksbekundungen seien.
Selbstverständlich kommen diese Nachrichten nicht direkt aus den Mündern der Verfasser, sondern finden über sorgenvolle Freunde ihren Weg zu uns. Und das ganze macht es noch madiger, denn als ob es nicht schlimm genug wäre, dass unser Glück angezweifelt wird, wird unser angebliches Schauspiel auch noch breit in unserem Umfeld an möglichst viele Leute weitergegeben.
Der Sinn und Zweck dahinter? Pf, also das weiß ich nun wirklich nicht. Wahre Freunde sollten sich doch für uns freuen, oder nicht?
Eine Freundin, die es ernst mit uns meint und uns in dieser Zeit liebevoll unterstützt meinte: Glück schafft Neider. Ja, das kann natürlich sein. Wer selber nicht glücklich ist und nichts daran ändern kann oder will, wird sich wohl kaum für jemand anderen freuen...

Freitag, 6. September 2013

Die Location

Über die Location musst du dir Gedanken machen. Mei, was hat uns die für schlaflose Nächte bereitet. Sie muss deinem Stil und deinen Anforderungen entsprechen. Im Grunde solltest du da schon wissen, wie viele Gäste du erwartest, nicht dass die Räumlichkeiten dann zu klein für eine größer ausfallende Gesellschaft sind! Sie muss gut erreichbar sein. Viele Parkplätze sind auch ein Muss. Idealerweise nur 20 Minuten von der Kirche/ dem Standesamt entfernt. Wenn es keine öffentliche Möglichkeit gibt, für deine Gäste nach Hause zu kommen, hast du entweder lauter Antialkoholiker oder Frühschläfer. Außer natürlich es gibt dort auch die Möglichkeit zur Nächtigung. Als ob das nicht schon genug Optionen zu bedenken sind, gerät irgendwie in diesen ganzen Planungen eines total in den Hintergrund: Gefällt es dir dort eigentlich? Fühlst du dich dort eigentlich wohl?
Und wieder einmal bin ich sehr froh, meine Weddingplannerin zu haben, denn noch bevor wir uns auf irgendwas eingelassen haben, hat sie erst mal einen Besichtigungstermin vereinbart. Wir durften alle Örtlichkeiten einsehen, die Terrassen, die Balkone, die Räume, die Lokale, die unterschiedlichen Zimmerkategorien usw. In Wirklichkeit kann man sich doch nicht aufgrund ein paar netter Bilder und organisationstechnischer Details für die Location entscheiden. Ich empfehle daher allen Brautpaaren einen unverbindlichen Besichtigungstermin zu vereinbaren.
Wir konnten alles einsehen, was uns möglicherweise betreffen könnte und konnten uns so für die Räume, den Balkon, Vorraum und die Zimmer entscheiden, die uns am besten gefielen, denn, was dem Brautpaar gefällt sollte doch wichtiger sein, als die Anzahl der Parkplätze...

Freitag, 23. August 2013

Abnehmen

An deinem Hochzeitstag musst du perfekt aussehen! Das höre ich von allen Seiten. Du musst perfekt für den Mann deiner Träume sein! Das ist dein Tag, da schauen alle Augen auf dich!
Doch jetzt mal ganz ehrlich: Mein zukünftiger Mann kennt mich seit 1997 und weiß seit 2001 wie ich ungeschminkt und verschlafen aussehe, wenn der Wecker mich fies aus dem Schlaf rüttelt. Er kennt mich mit roter triefender Nase und aufgedunsenem Gesicht, wenn ich krank bin und mit fettigen zurückgebundenen Haaren, wenn ich im Stress bin. Und er liebt mich! Er liebt mich genau so, wie ich aussehe mit all den Pickeln, die mich überfallen, wenns mir schlecht geht und den blutenden rissigen Lippen sobald die Heizsaison startet. Wieso soll ich dann unrealistisch schön für ihn aussehen am Tag unserer Hochzeit? Natürlich möchte ich mich hübsch auf meiner eigenen Hochzeit fühlen doch brauch ich dafür wirklich künstliche Fingernägel, Wimpern, Haarteile und ein Sunpray-tanning zuvor? Und was mich noch mehr beschäftigt: Muss ich denn wirklich Modelmaße an meinem Hochzeitstag haben? Die hab ich doch sonst auch nicht und er liebt mich. Er hat mich in meinem Körper geliebt, als er mich das erste Mal geküsst hat. Er hat mich in meinem Körper geliebt, als er mir den Heiratsantrag gestellt hat. Er liebt mich in meinem Körper bei jeder Umarmung, Zuwendung und Berührung. Also wieso meinen Körper für ihn ändern?
Wenn ich meine Figur verändern will, also abnehmen will, dann höchstens weil ich es für mich so will. Ich muss mich in meinem Körper und an diesem Tag auch Brautkleid wohl fühlen, doch ich finde nicht, dass ich das für einen anderen Menschen machen sollte. Nicht einmal für die Liebe meines Lebens!

Dienstag, 20. August 2013

Das Hochzeitskleid

Okay, vielleicht bin ich nicht die typische Braut, vielleicht aber eben doch! Denn ich hatte bis vor Kurzem keinen blassen Dunst, was ich zu meiner Hochzeit tragen wollte. Woher soll ich denn das auch wissen, bisher hab ich mich kaum mit so etwas beschäftigt und dementsprechend hatte ich schlichtweg keine Infos. Und auf dieses Nichts folgte eine Flut an Infos und Bildern, die mit einfach überrumpelt haben! Der Schnitt ist für die Figur gedacht, diese Farbe muss man bei dies und jenem bedenken und die Accessoires, um Gottes Willen, unbedingt die richtigen Accessoires dazu kaufen, denn sonst ist das ganze Kleid im Eimer! Das hat in Wirklichkeit nur alles schlimmer gemacht.
Also Plan B: Zeitschriften wälzen hat nichts gebracht, jetzt gehen wirs direkt an: Ich probiere Hochzeitskleider an. Weil ich ein bisschen verrückt bin und meine Schwestern über alles liebe kommt eine davon mit und wir spielen mit unseren schauspielerischen Künsten einen Sommer der Liebe vor, denn ja, wir beide wollen im Sommer 2014 heiraten! Der Blick der Verkäuferin war, hm, wie drück ich das nett aus, dezent genervt und angepisst. Denn, was wir nicht wussten, und bitte woher soll ich denn so was wissen, das hat mir nie jemand gesagt, anscheinend braucht man für so was einen Termin. Gut, hab ich nicht gewusst, aber wir hatten Glück bei der Schweinehitze hatte offensichtlich keine zukünftige Braut Lust, sich ein Kleid auszusuchen, also hatten sie Zeit für uns. Dieser engagierter Enthusiasmus zog sich dann über die nächste Stunde und ihre Laune war mehr als niederschmetternd. Aber mit meiner verrückten Schwester, ein paar Schleiern und einem Fotoapparat konnten wir diese frustrierende Stimmung dann doch noch zu einem lustigen Spaß wenden. Aber bei der Dame denk ich mir schon, vielleicht hat die ihre Berufung verfehlt? 
Wir wälzten also Kleider aus einem Katalog, dank des riesigen Lagers hatten wir viel Auswahl und es ging ans Anprobieren. Bei jedem neuen Kleid wusste ich nur eines: Das wird es sicherlich nicht. Doch mit der Zeit gefiel ich mir in den Kleidern und entwickelte einen gewissen Blick für das, was mir gefiel und auch stand: Also wir haben gelernt: Mir steht A-Linie mit einer Korsage, die etwas weiter runter geht, also die Hälfte der Hüften noch miteinschließt. Zudem seh ich dank meiner Oberweite mit Herzausschnitt aus wie eine Schlampe, also muss es ein (nahezu) gerader Schnitt werden. Und ich liebe Symmetrie, zwar gefallen mir asymmetrische Schnitte im Katalog und an anderen, an mir selber gefallen sie aber gar nicht. Und so zeigt sich langsam ein Bild ab, ich glaub ich weiß, wie mein Kleid ca. aussehen soll.
Und dann zu Hause seh ich es. Über eine Werbeanzeige in einer Hochzeitszeitschrift stoße ich auf eine Internetseite und schau mir die dortige Kollektion an, da ist es: der perfekte Schnitt, perfekte Symmetrie, schlichtweg zauberhaft und wunderschön. Schnell die Weddingsplannerin gefragt, ja sie kann es für mich bestellen - und schwubbs so hatte ich mein Hochzeitskleid.

Montag, 19. August 2013

Weddingplanerin ja oder nein?

Mein Schatz und ich sind ein vielbeschäftigtes Paar. Neben unseren Jobs, Haushalt und unserer Freizeit, die wir mit unseren vielen Freunden und der Familie verbringen arbeiten wir auch noch an einem großen Projekt, das uns sehr viel Spaß macht und uns mit Freude erfüllt, jedoch leider auch sehr zeitraubend ist. Daher haben wir uns dazu entschlossen, eine Weddingplanerin zu engagieren. Erstmals kennengelernt hab ich diesen Beruf vor vielen Jahren in einer TV-Sendung mit einem dadurch berühmt gewordenen Schaubild dieser Professionisten. Schon damals hat mich der Gedanke gereizt, Hilfe bei jemanden zu finden, der sich auskennt, die richtigen Kontakte hat und auch genug Erfahrung, denn sein wir mal ehrlich, woher soll ich wissen, wo ich meine Kellner für meine selbst organisierte Agape herbekomme?
Die vielen finanziellen Ersparnisse, die wir durch den Weddingplaner erhalten, sei es nun ein Rabatt oder eine günstigere Alternative ist nicht zu verachten und alles in allem können wir sagen, dass wir sehr gut betreut und beraten werden und nahezu unsere gesamte Investition wieder in verschiedensten Ersparnissen zurückerhalten. Dazu kommen die Erfahrungen von anderen befreundeten Brautpaaren, die die Vorteile am eigenen Leib kennenlernen konnten und uns in unserer Absicht nur bestätigt haben.
Doch es kommt, wies kommen muss: Leider verstehen die Wenigsten unsere Gründe, einen Weddingplaner einzustellen. Die eigene Hochzeit verliere an Individualität, man gebe das Ruder aus der Hand, das sei für den doch nur ein Standardablauf, wobei jede Hochzeit gleich aussehen würde und wir würden eine Kataloghochzeit bekommen, die zwar schön sein kann, aber niemals uns repräsentieren!
Wir haben uns trotzdem auf die Suche gemacht und jemanden gefunden, der genau auf unserer Wellenlänge ist. Dort fühlen wir uns gut beraten und aufgehoben. Keineswegs ist unsere Hochzeit auch nur ansatzweise wie eine andere, denn unsere Weddingsplanerin macht dies seit über 11 Jahren und keine einzige Hochzeit glich einer anderen. Sie tipselt alle unsere Ideen und Gedanken nieder und macht uns daraus mit unserem Budget realisierbare Vorschläge aus denen wir den idealen wählen können. Ergo, gut, dass wir nicht auf andere, sondern auf uns und unsere Bedürfnisse gehört haben, denn so haben wir auch weiterhin genug Zeit für unser Leben, das wir lieben.

Dienstag, 6. August 2013

Wessen Kleid ist wichtig?

"Ich hab mein Kleid schon!" Bin ich die einzige, die es schräg findet, dass sich Frau in meinem Umfeld anscheinend die letzten Tage nur Gedanken über das Outfit an meiner Hochzeit gemacht hat? Noch schlimmer find ich ja die Aussagen, die ich schon mehrfach hören musste: "Mah, ich weiß einfach noch nicht, was ich bei deiner Hochzeit anziehen soll!"
Hm, mal schaun, die Hochzeit findet in 10,5 Monaten statt und Hallo, die Braut hat noch nicht mal ein Kleid! Wann ist es denn normal geworden, sich so unendlich früh um ein Outfit zu bemühen?
Ich war ja jetzt doch schon einige Male auf Hochzeiten und abgesehen davon, dass ich mir noch nie für eine Hochzeit extra Kleidung gekauft habe, sondern immer nur meinen Kasten nach dem bestmöglichen durchstöbert hab, habe ich mir ehrlich gesagt frühestens 1-2 Wochen zuvor Gedanken darüber gemacht, teilweise sogar erst direkt am Tag selber. Welcher Drang steckt in den Gästen, perfekt auszusehen und was soll ich mir als Braut dabei denken? Wenn schon meine Gäste zu Shoppingsessions losgezogen sind und nach stundenlangem Probieren ihr Outfit beisammen haben, muss ich dann jetzt eigentlich auch schon? Ehrlich gesagt interessiert mich das jetzt noch überhaupt nicht und ich hab auch noch gar keine Ahnung.
Naja, auf jeden Fall hab ich mir mal dem Gruppendruck entsprechend ein paar passende Zeitschriften zugelegt, vielleicht finde ich hier ja die Erleuchtung, damit auch ich 10,5 Monate vor meiner Hochzeit schon mein Kleid habe...

Samstag, 20. Juli 2013

Jetzt ist es so weit

Heute hat mein Allerliebster einen Rappel bekommen. Seit einiger Zeit aber brodelt es schon in ihm, er ist einfach glücklich. Sein Nestchen, wie er unsere neue, schöne, große Wohnung mit zwei gedachten Kinderzimmern nennt, ist fertig, seine Beziehung, an der wir ja nun doch schon seit über 10 Jahren beide beteiligt sind, erfüllt ihn mit Freude, also sieht er sich bereit, den nächsten Schritt zu machen. Und somit kam es zu diesem ungezwungenen liebevollen Gespräch im Bett, kuschelnd, küssend und quatschend. Er will mich heiraten. Am besten an unserem nächsten Jahrestag, denn dieses Datum feiern wir nun schon über eine Dekade, und da der nächste Termin an einen Samstag fällt, passt es doch perfekt. Das war er also: der unkomplizierteste und aus tiefster Überzeugung stammende, ernst gemeinte und gut überlegte Heiratsantrag.
Natürlich sage ich ja, denn es ist kein Geheimnis, das ich ihn liebe und mein Leben mit ihm verbringen will. Also beginnt hier unsere Hochzeitslust, wir haben Spaß dabei, die Hochzeit zu planen, wir kichern und scherzen über unsere Gedanken dazu, phantasieren über coole, witzige und unrealistische Abläufe und lassen unserem Spaß beim Planen freien Lauf.
Doch schon sehr bald stoßen wir auf Probleme von außen. Und so wandelt sich unsere Hochzeitslust immer mehr in Hochzeitsfrust und schon bald haben wir das Bedürfnis, ganz heimlich und alleine in Jeans am Standesamt zu heiraten und alle erst im Nachhinein zu informieren. Doch wir stellen uns der Aufgabe "Hochzeit mit der ganzen Familie und allen Freunden" und so entstand die Notwendigkeit dieses tagebuchartigen Blogs, der die ganzen Probleme aufzeigt, die uns neben unserer kleinen geheimen Freude, die wir beide alleine zu Hause praktizieren, in den nächsten 11 Monaten das Leben sehr schwer machen.