Okay, vielleicht bin ich nicht die typische Braut, vielleicht aber eben doch! Denn ich hatte bis vor Kurzem keinen blassen Dunst, was ich zu meiner Hochzeit tragen wollte. Woher soll ich denn das auch wissen, bisher hab ich mich kaum mit so etwas beschäftigt und dementsprechend hatte ich schlichtweg keine Infos. Und auf dieses Nichts folgte eine Flut an Infos und Bildern, die mit einfach überrumpelt haben! Der Schnitt ist für die Figur gedacht, diese Farbe muss man bei dies und jenem bedenken und die Accessoires, um Gottes Willen, unbedingt die richtigen Accessoires dazu kaufen, denn sonst ist das ganze Kleid im Eimer! Das hat in Wirklichkeit nur alles schlimmer gemacht.
Also Plan B: Zeitschriften wälzen hat nichts gebracht, jetzt gehen wirs direkt an: Ich probiere Hochzeitskleider an. Weil ich ein bisschen verrückt bin und meine Schwestern über alles liebe kommt eine davon mit und wir spielen mit unseren schauspielerischen Künsten einen Sommer der Liebe vor, denn ja, wir beide wollen im Sommer 2014 heiraten! Der Blick der Verkäuferin war, hm, wie drück ich das nett aus, dezent genervt und angepisst. Denn, was wir nicht wussten, und bitte woher soll ich denn so was wissen, das hat mir nie jemand gesagt, anscheinend braucht man für so was einen Termin. Gut, hab ich nicht gewusst, aber wir hatten Glück bei der Schweinehitze hatte offensichtlich keine zukünftige Braut Lust, sich ein Kleid auszusuchen, also hatten sie Zeit für uns. Dieser engagierter Enthusiasmus zog sich dann über die nächste Stunde und ihre Laune war mehr als niederschmetternd. Aber mit meiner verrückten Schwester, ein paar Schleiern und einem Fotoapparat konnten wir diese frustrierende Stimmung dann doch noch zu einem lustigen Spaß wenden. Aber bei der Dame denk ich mir schon, vielleicht hat die ihre Berufung verfehlt?
Wir wälzten also Kleider aus einem Katalog, dank des riesigen Lagers hatten wir viel Auswahl und es ging ans Anprobieren. Bei jedem neuen Kleid wusste ich nur eines: Das wird es sicherlich nicht. Doch mit der Zeit gefiel ich mir in den Kleidern und entwickelte einen gewissen Blick für das, was mir gefiel und auch stand: Also wir haben gelernt: Mir steht A-Linie mit einer Korsage, die etwas weiter runter geht, also die Hälfte der Hüften noch miteinschließt. Zudem seh ich dank meiner Oberweite mit Herzausschnitt aus wie eine Schlampe, also muss es ein (nahezu) gerader Schnitt werden. Und ich liebe Symmetrie, zwar gefallen mir asymmetrische Schnitte im Katalog und an anderen, an mir selber gefallen sie aber gar nicht. Und so zeigt sich langsam ein Bild ab, ich glaub ich weiß, wie mein Kleid ca. aussehen soll.
Und dann zu Hause seh ich es. Über eine Werbeanzeige in einer Hochzeitszeitschrift stoße ich auf eine Internetseite und schau mir die dortige Kollektion an, da ist es: der perfekte Schnitt, perfekte Symmetrie, schlichtweg zauberhaft und wunderschön. Schnell die Weddingsplannerin gefragt, ja sie kann es für mich bestellen - und schwubbs so hatte ich mein Hochzeitskleid.
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