Ich gebs ja zu, mit Hochzeiten kenn ich mich nicht so gut aus. Ich kenne liebe und nette Bräuche, weiß über einige Traditionen Bescheid und hab mir so manches Wissen aus dem Netz und den eingängigen Zeitschriften angeeignet. Jedoch möchte ich meine Hochzeit so gestaltet haben, wie wir es wollen, nicht wie andere meinen, das es sein soll.
Und so kam es schon mehrmals zu Situationen, in denen unsere Vorstellungen anscheinend ganz stark von denen unserer Gäste abgewichen sind.
Doch was machen, wenn sich das nicht einigen lässt und dann schließlich darin mündet, dass und von diesem Gast "großzügigerweise" ein Geschenk zur Hochzeit gemacht wird, das wir nicht wollen und nicht brauchen? Wenn auf einmal das kleine Give-away, das wir uns als Gastgeschenk gedacht haben nicht gut genug für eine Hochzeit sei und deswegen der involvierte Gast beschließt stattdessen sein ideales Gastgeschenk in Auftrag zu geben?
Sämtliche Versuche, ohne zu verletzen, diese Hilfe abzulehnen und trotzdem die Hilfsbereitschaft zu würdigen endet in Abschmettern, denn wir wissen es nicht einfach nicht so gut und wir sollten lieber auf die Tips hören, denn das gehört sich so, das macht man so.
Gut, wir machen es aber so, wie wir wollen und so kommt es zur unausweichlichen Situation: Klare Worte, dass wir dieses Geschenk sehr lieb finden und die Hilfsbereitschaft schätzen, werden offensichtlich nicht wahrgenommen, denn gehört wird nur, dass wir andere Vorstellungen haben und unseren eigenen Weg gehen werden, den achso wichtigen Hinweis zwar zur Kenntnis nehmen, aber nicht umsetzen werden und somit dieses Geschenk dankend ablehnen werden.
Und wieder einen Menschen verletzt, den wir sehr lieben und schätzen... doch da müssen wir egoistisch bleiben, denn wir heiraten so, wie wir wollen... auch wenn uns die Selbstvorwürfe einige schlaflose Nächte bereiten...
Sonntag, 29. Dezember 2013
Dienstag, 24. Dezember 2013
4 Hochzeiten, 1 Traumreise
Wir sitzen gelangweilt am Standesamt und warten, dass wir aufgerufen werden. Da aber noch ein paar Paare vor uns sind und wir in den letzten Nächten kaum geschlafen haben, geht uns bald der Gesprächsstoff aus, also streife ich meine Runden im Gebäude. Und was seh ich da?
Mitten im Standesamt hängen Werbungen und Anzeigen für eine TV-Sendung, wo sich Brautpaar hinwenden können, wenn sie wollen, dass ihre Hochzeit bis auf das letzte Fitzelchen filmisch nicht nur der gesamten deutschsprachigen TV-Landschaft preisgegeben wird, sondern auch noch von mehr als qualifiziertem Personal, anderen Bräuten, in alle Kleinigkeiten beurteilt wird. Ja, ich sehe diese Sendung auch, es ist eine Mischung aus Belustigung, Ideensammlung und Ablästern, dass das nie klappen wird, oder echt schlecht organisiert ist. Aber oftmals tun mir diese Brautpaar einfach nur Leid, denn man sieht das Individuelle, auf das sie stolz sind, das ihnen wichtig ist, und da es aber nicht ins Konzept einer "normalen" Hochzeit passt, wird es von den anderen Bräuten oder dem Off-Kommentator zerrissen. Oder, was auch immer wieder kommt: wenn sie dann zu regelkonform ist, dann werden Vorwürfe laut, sie sei nicht originell genug und hätte keinen persönlichen Touch. Egal wie mans hier macht, das zu gewinnen ist ein Glückspiel und hat viel mit Sympathie zu tun und damit, dass es in nahezu jeder Sendung diese gewisse eine Braut gibt, die alle anderen aus Prinzip ganz schlecht beurteilt und von den anderen fairen Bräuten dann allerdings die erforderliche Punktezahl für ihren Gewinn bekommt. Abschließend dann noch ein unschuldiges "Damit hätte ich nie gerechtet!" und schon geht's ab in traumhafte Flitterwochen und zurück bleiben fair beurteilende Bräute, die wegen ihrer Nettigkeit nicht gewinnen konnten.
Und da ich auch so eine Braut bin, die mal jedem Kleid 10/10 Punkten geben würde, denn immerhin weiß ich, wie kacke es ist, so was auszusuchen, hätte ich bestimmt keine Chance. Und jede Braut, die sich über die Geschmäcker der Gäste den Kopf zerbrochen hat, wird wohl fairerweise von mir auch 10/10 Punkten fürs Essen bekommen. Und dass jede einzelne Zeremonie mit Herzblut und viel Liebe durchdacht und geplant ist, würde bei mir auch für jede mitmachende Braut 10/10 Punkten bringen... Also bin ich definitiv nicht zum Gewinnen geeignet, ganz unabhängig von meiner eigenen Hochzeit.
Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht will, dass sämtliche Leute mit Kabelanschluss meine Hochzeit sehen können...
Also gehe ich verschlafen meine Runde im Standesamt fertig, setze mich zu meinem Schatz, lege den Kopf auf seine Schulter und frag ihn ganz keck "Hase, wolln wir bei 4 Hochzeiten - 1 Traumreise mitmachen? Da hängt Werbung dafür!" Als Antwort bekomme ich die erwartete entsetzte Frage "Meinst du das ernst?" Und wieder weiß ich, dass wir genau gleich denken...
Mitten im Standesamt hängen Werbungen und Anzeigen für eine TV-Sendung, wo sich Brautpaar hinwenden können, wenn sie wollen, dass ihre Hochzeit bis auf das letzte Fitzelchen filmisch nicht nur der gesamten deutschsprachigen TV-Landschaft preisgegeben wird, sondern auch noch von mehr als qualifiziertem Personal, anderen Bräuten, in alle Kleinigkeiten beurteilt wird. Ja, ich sehe diese Sendung auch, es ist eine Mischung aus Belustigung, Ideensammlung und Ablästern, dass das nie klappen wird, oder echt schlecht organisiert ist. Aber oftmals tun mir diese Brautpaar einfach nur Leid, denn man sieht das Individuelle, auf das sie stolz sind, das ihnen wichtig ist, und da es aber nicht ins Konzept einer "normalen" Hochzeit passt, wird es von den anderen Bräuten oder dem Off-Kommentator zerrissen. Oder, was auch immer wieder kommt: wenn sie dann zu regelkonform ist, dann werden Vorwürfe laut, sie sei nicht originell genug und hätte keinen persönlichen Touch. Egal wie mans hier macht, das zu gewinnen ist ein Glückspiel und hat viel mit Sympathie zu tun und damit, dass es in nahezu jeder Sendung diese gewisse eine Braut gibt, die alle anderen aus Prinzip ganz schlecht beurteilt und von den anderen fairen Bräuten dann allerdings die erforderliche Punktezahl für ihren Gewinn bekommt. Abschließend dann noch ein unschuldiges "Damit hätte ich nie gerechtet!" und schon geht's ab in traumhafte Flitterwochen und zurück bleiben fair beurteilende Bräute, die wegen ihrer Nettigkeit nicht gewinnen konnten.
Und da ich auch so eine Braut bin, die mal jedem Kleid 10/10 Punkten geben würde, denn immerhin weiß ich, wie kacke es ist, so was auszusuchen, hätte ich bestimmt keine Chance. Und jede Braut, die sich über die Geschmäcker der Gäste den Kopf zerbrochen hat, wird wohl fairerweise von mir auch 10/10 Punkten fürs Essen bekommen. Und dass jede einzelne Zeremonie mit Herzblut und viel Liebe durchdacht und geplant ist, würde bei mir auch für jede mitmachende Braut 10/10 Punkten bringen... Also bin ich definitiv nicht zum Gewinnen geeignet, ganz unabhängig von meiner eigenen Hochzeit.
Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht will, dass sämtliche Leute mit Kabelanschluss meine Hochzeit sehen können...
Also gehe ich verschlafen meine Runde im Standesamt fertig, setze mich zu meinem Schatz, lege den Kopf auf seine Schulter und frag ihn ganz keck "Hase, wolln wir bei 4 Hochzeiten - 1 Traumreise mitmachen? Da hängt Werbung dafür!" Als Antwort bekomme ich die erwartete entsetzte Frage "Meinst du das ernst?" Und wieder weiß ich, dass wir genau gleich denken...
Montag, 23. Dezember 2013
Wenn die Technik dich wahnsinnig macht
In unserer Stadt ist es leider so: einen standesamtlichen Hochzeitstermin an einem Samstag zu bekommen ist ein großes Glückspiel, denn für alle ~ 1,75 Millionen gemeldeten Bewohner gibt es tatsächlich nur ein einziges Standesamt, das Samstags Termine vergibt und davon tatsächlich nur 4 pro Samstag! Ich bin kein Statistiker und kein Mathematiker aber ich hab irgendwie das Gefühl, dass es da ein wenig Streit drum geben könnte... und als ob das noch nicht lustig genug wäre, werden diese Termine genau um Mitternacht je 6 Monate vor dem eigentlichen Termin online freigeschalten. Zugegeben, das hat mich irgendwie an meine Studienzeit erinnert, als ich auch regelmäßig Punkt Mitternacht am PC gesessen bin und ständig F5 geklickt hab, bis es endlich möglich war, mich für einen Kurs oder eine Prüfung anzumelden. Also war ich es ja irgendwie schon gewohnt und da ich eine kleine Nachteule bin, war die Uhrzeit für mich auch kein Problem.
Gut, also mal ganz gemütlich um 23:45 den PC einschalten. Sobald er hochgefahren ist, will ich die Seite öffnen, doch halt, meine Maus ist futsch, sie reagiert nicht. Ein schneller Blick und es war klar, die Batterie ist leer. (gut, dass ich alles kabellos hab...) also schnell neue Batterien suchen, selbstverständlich war in der Schachtel nur noch eine, woher jetzt die andere nehmen? Die Fernbedienung muss dran glauben. Doch halt, die hat andere Batterien drin. Also schnell nachgedacht und die Esszimmeruhr geplündert. Gut, 2 neue Batterien, die Maus funktioniert wieder. Doch aus welchem Grund auch immer will mein PC nicht, wie ich es will. Inzwischen ist es schon nach 23:50. Sicherheitshalber bitte ich meinen Liebsten, seinen PC auch hochzufahren, man kann ja nie wissen. Tatsächlich kämpfe ich die nächsten 10 Minuten mit sämtlichen Methoden, um endlich online zu kommen, aber sowohl mein PC, als auch das Netzwerk können mich offensichtlich heute Nacht nicht leiden. Gut, dass der zweite PC schon online und inzwischen auch auf der richtigen Seite ist. Nach ein paar Mal F5 klicken erscheint auch tatsächlich um 00:00 die Möglichkeit die vier Termine anzuklicken. Unsere Wunschzeit angeklickt, doch was muss ich sehen? Mein Schatz ist ein Zocker und kann mit Kontrollern, Maus und den Tasten w, a, s und d wohl besser umgehen, als jeden, den ich kenne, doch im Tippen ist er echt langsam. Also hab ich seine Tastatur an mich gerissen und ganz schnell die erforderlichen Daten eingegeben. Es erscheint der Bildschirm "Danke für ihre Reservierung, sie bekommen ein Bestätigungsmail". Hm, doch wir bekommen kein Mail. Inzwischen ist es 00:02. Um 00:03 sind schon 3 von 4 Terminen vergeben und nur eine Minute später sind alle 4 verfügbaren Termine an unserem Wunschdatum bereits reserviert. Bestätigungsmail haben wir aber immer noch nicht erhalten. Wir wissen also nicht, ob wir nun unseren Wunschtermin haben oder nicht. Die sozialen Netzwerke lenken uns die nächsten 1,5 Stunden ab, dann gehen wir schlafen, immer noch ohne Mail. Ein wenig nervös kontaktieren wir unsere Weddingplanerin am nächsten Tag, von der bekommen wir den Tipp am Montag in der früh gleich hinzufahren und nachzufragen. Also die nächsten 2,5 Tage zittern. Dort dann die Erlösung: Die Reservierungsbestätigungen werden tatsächlich noch händisch per Mail verschickt, unser Wunschtermin ist auf unsere Namen reserviert, also passt alles... Danke Technik, danke Modernisierung... 3 Tage Angst und leichte Panik hab ich nun hinter mir, aber jetzt kann ich endlich gut schlafen...
Gut, also mal ganz gemütlich um 23:45 den PC einschalten. Sobald er hochgefahren ist, will ich die Seite öffnen, doch halt, meine Maus ist futsch, sie reagiert nicht. Ein schneller Blick und es war klar, die Batterie ist leer. (gut, dass ich alles kabellos hab...) also schnell neue Batterien suchen, selbstverständlich war in der Schachtel nur noch eine, woher jetzt die andere nehmen? Die Fernbedienung muss dran glauben. Doch halt, die hat andere Batterien drin. Also schnell nachgedacht und die Esszimmeruhr geplündert. Gut, 2 neue Batterien, die Maus funktioniert wieder. Doch aus welchem Grund auch immer will mein PC nicht, wie ich es will. Inzwischen ist es schon nach 23:50. Sicherheitshalber bitte ich meinen Liebsten, seinen PC auch hochzufahren, man kann ja nie wissen. Tatsächlich kämpfe ich die nächsten 10 Minuten mit sämtlichen Methoden, um endlich online zu kommen, aber sowohl mein PC, als auch das Netzwerk können mich offensichtlich heute Nacht nicht leiden. Gut, dass der zweite PC schon online und inzwischen auch auf der richtigen Seite ist. Nach ein paar Mal F5 klicken erscheint auch tatsächlich um 00:00 die Möglichkeit die vier Termine anzuklicken. Unsere Wunschzeit angeklickt, doch was muss ich sehen? Mein Schatz ist ein Zocker und kann mit Kontrollern, Maus und den Tasten w, a, s und d wohl besser umgehen, als jeden, den ich kenne, doch im Tippen ist er echt langsam. Also hab ich seine Tastatur an mich gerissen und ganz schnell die erforderlichen Daten eingegeben. Es erscheint der Bildschirm "Danke für ihre Reservierung, sie bekommen ein Bestätigungsmail". Hm, doch wir bekommen kein Mail. Inzwischen ist es 00:02. Um 00:03 sind schon 3 von 4 Terminen vergeben und nur eine Minute später sind alle 4 verfügbaren Termine an unserem Wunschdatum bereits reserviert. Bestätigungsmail haben wir aber immer noch nicht erhalten. Wir wissen also nicht, ob wir nun unseren Wunschtermin haben oder nicht. Die sozialen Netzwerke lenken uns die nächsten 1,5 Stunden ab, dann gehen wir schlafen, immer noch ohne Mail. Ein wenig nervös kontaktieren wir unsere Weddingplanerin am nächsten Tag, von der bekommen wir den Tipp am Montag in der früh gleich hinzufahren und nachzufragen. Also die nächsten 2,5 Tage zittern. Dort dann die Erlösung: Die Reservierungsbestätigungen werden tatsächlich noch händisch per Mail verschickt, unser Wunschtermin ist auf unsere Namen reserviert, also passt alles... Danke Technik, danke Modernisierung... 3 Tage Angst und leichte Panik hab ich nun hinter mir, aber jetzt kann ich endlich gut schlafen...
Sonntag, 15. Dezember 2013
Darf ich kalte Füße bekommen?
Ich liebe meinen Schatz! Ich liebe ihn seit über 10 Jahren, wir leben seit 8 Jahren zusammen, kennen uns seit 16,5 Jahren und er ist sowohl meine erste als auch jetzt meine größte Liebe! Ich will ihn auch heiraten, das wollte ich immer schon. Aber da er bisher an seinem Lebensplan geklammert hatte und sich alles so ewig lang hinauszog, schien die Hochzeit immer unrealistischer und ich verlor mich in meinen Phantasien, die ja doch niemals wahr werden würden.
Doch wie ihr ja wisst, ist es doch wahr geworden, er will mich heiraten und das schon an unserem nächsten Jahrestag. Also haben wir begonnen, unsere Gedanken und Vorstellungen zu Papier zu bringen, haben über die unterschiedlichsten Themen gesprochen und dann schließlich unseren Plan an einen Profi abgegeben, der uns nun die Hochzeit organisiert.
Joa, so weit so gut. In dieser Phase hab ich mich sehr wohl gefühlt und war mir größtenteils auch immer sehr sicher. Doch nun wird es fix. Wir haben mit der Kirche und dem Pfarrer gesprochen, unsere Weddingplanerin hat Termine mit Floristen, Location, usw. ausgemacht und die Familie tratscht das Ereignis bereits herum.
Und dann kamen die Einladungskarten. Mit den Texten, den Worten und dann den Adressen sammeln wurde es irgendwie ernst. Wenn die Einladungen raus sind, sind weit über 100 Menschen informiert. All diese Menschen kennen dann den Ort und den Termin. Wir sind damit eine Verpflichtung eingegangen, an diesem Tag zu erscheinen und bitten all diese vielen Menschen ebenfalls zu kommen...
und auf einmal habe ich kalte Füße. Nicht im bildlichen Sinn, sondern wirklich. Bei dem Gedanken frieren auf einmal meine Hände, meine Nasenspitze wird eiskalt und meine Füße schwitzen kalt! Sie sind so eisig und doch feucht, ein Gefühl, das mir zugegeben fremd ist. Und jetzt weiß ich auch, was damit gemeint wird, die Braut hat kalte Füße...
aber darf ich kalte Füße haben? Es ist doch genau das, was ich immer wollte! Wollte ich das wirklich? Oder hab ich mich nur in eine Phantasiewelt verliebt, die für mich keine Gefahr bedeutete, weil es für mich ohnedies sicher war, dass es nie geschehen wird? Ähnlich wie bei einem Tattoo: Man freut sich darauf, malt sich die Positionen und das Bild aus. Man plant gedanklich den Tätowierer und sucht sich ein Datum und in all der Zeit gibt es nur ein Gefühl, die Freude. Doch dann auf einmal soll der Termin tatsächlich stattfinden, es ist nicht mehr nur ein schöner Gedanke, sondern der Schrecken der Realität holt mich ein.
Nein, ich bin mir sicher, ich will ihn heiraten! Ich bin mir nur nicht mehr so sicher, ob ich ihn wirklich so heiraten will, ob mir das ganze nicht ein wenig zu viel wird... vielleicht was es doch keine gute Idee, die ganze Familie und den Freundeskreis einzuladen, denn das macht mir Bauchweh...
Doch wie ihr ja wisst, ist es doch wahr geworden, er will mich heiraten und das schon an unserem nächsten Jahrestag. Also haben wir begonnen, unsere Gedanken und Vorstellungen zu Papier zu bringen, haben über die unterschiedlichsten Themen gesprochen und dann schließlich unseren Plan an einen Profi abgegeben, der uns nun die Hochzeit organisiert.
Joa, so weit so gut. In dieser Phase hab ich mich sehr wohl gefühlt und war mir größtenteils auch immer sehr sicher. Doch nun wird es fix. Wir haben mit der Kirche und dem Pfarrer gesprochen, unsere Weddingplanerin hat Termine mit Floristen, Location, usw. ausgemacht und die Familie tratscht das Ereignis bereits herum.
Und dann kamen die Einladungskarten. Mit den Texten, den Worten und dann den Adressen sammeln wurde es irgendwie ernst. Wenn die Einladungen raus sind, sind weit über 100 Menschen informiert. All diese Menschen kennen dann den Ort und den Termin. Wir sind damit eine Verpflichtung eingegangen, an diesem Tag zu erscheinen und bitten all diese vielen Menschen ebenfalls zu kommen...
und auf einmal habe ich kalte Füße. Nicht im bildlichen Sinn, sondern wirklich. Bei dem Gedanken frieren auf einmal meine Hände, meine Nasenspitze wird eiskalt und meine Füße schwitzen kalt! Sie sind so eisig und doch feucht, ein Gefühl, das mir zugegeben fremd ist. Und jetzt weiß ich auch, was damit gemeint wird, die Braut hat kalte Füße...
aber darf ich kalte Füße haben? Es ist doch genau das, was ich immer wollte! Wollte ich das wirklich? Oder hab ich mich nur in eine Phantasiewelt verliebt, die für mich keine Gefahr bedeutete, weil es für mich ohnedies sicher war, dass es nie geschehen wird? Ähnlich wie bei einem Tattoo: Man freut sich darauf, malt sich die Positionen und das Bild aus. Man plant gedanklich den Tätowierer und sucht sich ein Datum und in all der Zeit gibt es nur ein Gefühl, die Freude. Doch dann auf einmal soll der Termin tatsächlich stattfinden, es ist nicht mehr nur ein schöner Gedanke, sondern der Schrecken der Realität holt mich ein.
Nein, ich bin mir sicher, ich will ihn heiraten! Ich bin mir nur nicht mehr so sicher, ob ich ihn wirklich so heiraten will, ob mir das ganze nicht ein wenig zu viel wird... vielleicht was es doch keine gute Idee, die ganze Familie und den Freundeskreis einzuladen, denn das macht mir Bauchweh...
Freitag, 13. Dezember 2013
Weg ist das Transportauto
Eine Sache, die schon lange geklärt schien, war die Frage des Transportes. Erfreulicherweise haben wir einige Freunde mit wirklich schicken Autos und da ich gegen einen Transport mit von Pferden gezogenen Kutschen bin, haben wir mal so herumgefragt, ob uns jemand fahren würde. Und sogar unser Traumauto bekamen wir zur Verfügung, als war das für uns ein abgehackter Punkt, um den wir uns nicht mehr kümmerten. Das Auto ist sehr schön anzusehen und ist gleichzeitig so groß, dass ich mit dem Reifrock inkl. Riesenkleid drin Platz hab.
Doch auf einmal wird herumgedruckst, Treffen werden spontan abgesagt, die verschobenen Treffen werden nie nachgeholt. Auf Nachfragen bekommen wir keine klaren Aussagen, es ist allgemein eine richtige wischi-waschi-Situation. Den Grund erfahren wir leider nie, obwohl wir nachfragen heißt es immer nur, es sei ja eh nichts, man wäre nur zu beschäftigt. Und weil wir so ein schlechtes Gefühl im Bauch haben, stellen wir die Frage direkt heraus: Werdet ihr bei unserer Hochzeit sein?
Die Antwort ist ein klägliches Nein, es liegt am Partner, der habe uns die Freundschaft gekündigt; weder wir noch der Autobesitzer wissen, wieso und auf Nachfragen bekommen wir keine Antwort. Also wurde uns die Freundschaft gekündigt, ohne, dass wir je erfuhren, wieso und zudem mussten alle sämtlichen Kontakte auch abgebrochen werden, was zwangsläufig dazu führt, dass wir zusätzlich zu 2 guten Freunden auch unseren Hochzeitstransport verloren haben und nun schnell nach einer Alternative suchen müssen...
Doch auf einmal wird herumgedruckst, Treffen werden spontan abgesagt, die verschobenen Treffen werden nie nachgeholt. Auf Nachfragen bekommen wir keine klaren Aussagen, es ist allgemein eine richtige wischi-waschi-Situation. Den Grund erfahren wir leider nie, obwohl wir nachfragen heißt es immer nur, es sei ja eh nichts, man wäre nur zu beschäftigt. Und weil wir so ein schlechtes Gefühl im Bauch haben, stellen wir die Frage direkt heraus: Werdet ihr bei unserer Hochzeit sein?
Die Antwort ist ein klägliches Nein, es liegt am Partner, der habe uns die Freundschaft gekündigt; weder wir noch der Autobesitzer wissen, wieso und auf Nachfragen bekommen wir keine Antwort. Also wurde uns die Freundschaft gekündigt, ohne, dass wir je erfuhren, wieso und zudem mussten alle sämtlichen Kontakte auch abgebrochen werden, was zwangsläufig dazu führt, dass wir zusätzlich zu 2 guten Freunden auch unseren Hochzeitstransport verloren haben und nun schnell nach einer Alternative suchen müssen...
Donnerstag, 12. Dezember 2013
Was wünschen, wenn alles da ist?
Wir haben bereits eine lange Geschichte hinter uns. Das sagt jedes Paar, aber nach einer jugendlichen ersten Liebe und mehreren Jahren Freundschaft gefolgt von bald 13 Jahren Beziehung, denk ich, können wir wirklich auf eine lange gemeinsame Vergangenheit zurückblicken. Und in dieser Zeit haben wir einfach entdeckt, dass wir die gleichen Pläne, Vorlieben, Lebenspläne usw. haben. Seit rund 8 Jahren leben wir zusammen und sind mittlerweile von der jugendlichen ersten eigenen Wohnung in eine eigens finanzierten Eigentumswohnung inkl. 2 Kinderzimmer gezogen.
Wir hatten also genug Zeit und Gelegenheiten, uns unseren eigenen Hausstand aufzubauen und auch sonst ist alles geregelt.
Also, was sollen wir uns von unsere Hochzeitsgästen wünschen? Neben ihrer Anwesenheit und guter Laune ist es in der Regel, dass ein kleines Goodie als Geschenk mitgebracht wird. Doch was, wenn ich schon alles hab und Blumen in den Mengen einfach nicht brauchen kann?
Wir haben lange überlegt, doch eine Sache gibt es, die wir uns wünschen würden: Wir würden gerne auf gemeinsame Flitterwochen gleich nach der Hochzeit fliegen. Da jedoch unser ganzes geplantes Budget für die Hochzeit an sich draufgehen wird, bleibt kein Geld mehr dafür übrig. Daher haben wir uns entschlossen, uns von unseren Gästen nur Geld zu wünschen.
Doch bitte, wie schreib ich das auf die Einladung? Hey, du bist eingeladen, ich würde mich sehr freun, wenn du zu unserer Hochzeit kommen könntest und übrigens, wir wollen Geld von dir?
Also an diesem Text haben wir echt ewig diskutiert, gefeilt und geplant. So richtig happy sind wir nach wie vor nicht, aber wir haben uns auf ein lieb geschriebenes kleines Gedicht geeinigt, das vermittelt, dass wir bereits alles haben und uns daher, wenn gewünscht, über finanzielle Unterstützung für unsere Flitterwochen freuen würden. Aber wie soll man das denn eigentlich wirklich machen? Gibt's dafür einen Masterplan?
Wir hatten also genug Zeit und Gelegenheiten, uns unseren eigenen Hausstand aufzubauen und auch sonst ist alles geregelt.
Also, was sollen wir uns von unsere Hochzeitsgästen wünschen? Neben ihrer Anwesenheit und guter Laune ist es in der Regel, dass ein kleines Goodie als Geschenk mitgebracht wird. Doch was, wenn ich schon alles hab und Blumen in den Mengen einfach nicht brauchen kann?
Wir haben lange überlegt, doch eine Sache gibt es, die wir uns wünschen würden: Wir würden gerne auf gemeinsame Flitterwochen gleich nach der Hochzeit fliegen. Da jedoch unser ganzes geplantes Budget für die Hochzeit an sich draufgehen wird, bleibt kein Geld mehr dafür übrig. Daher haben wir uns entschlossen, uns von unseren Gästen nur Geld zu wünschen.
Doch bitte, wie schreib ich das auf die Einladung? Hey, du bist eingeladen, ich würde mich sehr freun, wenn du zu unserer Hochzeit kommen könntest und übrigens, wir wollen Geld von dir?
Also an diesem Text haben wir echt ewig diskutiert, gefeilt und geplant. So richtig happy sind wir nach wie vor nicht, aber wir haben uns auf ein lieb geschriebenes kleines Gedicht geeinigt, das vermittelt, dass wir bereits alles haben und uns daher, wenn gewünscht, über finanzielle Unterstützung für unsere Flitterwochen freuen würden. Aber wie soll man das denn eigentlich wirklich machen? Gibt's dafür einen Masterplan?
Dienstag, 10. Dezember 2013
10% der eingeladenen Gäste kommen nicht
Beim Planen der Gästeanzahl müssen einige Dinge beachtet werden. Wird ein guter Freund eingeladen, sollte der langjährige Partner dazu auch eingeladen werden. Da wir ja kinderfreundlich sind, wollen wir natürlich den eventuellen Eltern auch die Möglichkeit geben, ihre Kinder mit zu nehmen. Und schon wird aus ursprünglich einem gedachten Freund 5 Leute, für die Plätze, Essen und bei Bedarf auch Kinderbetreuung angeboten werden muss. Umgekehrt bedeutet das aber auch, sollte diese Familie wegen eines anderen Termins nicht können, sind schon schubs 5 Leute weniger auf der Gästeliste. Solche Zahlen sind nicht zu unterschätzen.
Wir haben uns auf eine Traumzahl geeinigt, dabei sind alle liebsten Menschen, die wir gern haben und ein statistischer Prozentsatz abgezogen. Laut mehreren Angaben im Netz, Literatur und Hinweise von bereits Verheirateten können ca. 10% der eingeladenen Gäste nicht kommen. Wir haben also unsere Liebsten zusammengezählt und dann 10% abgezogen, das wird nun unsere offizielle Gästezahl werden. Ob das dann eh passt, pf, keine Ahnung. Was solln wir machen, wenn 4 Menschen nicht können, doch ihren Anhang auch nicht mitbringen, schon sind 20 Leute weg. Und was sollen wir machen, wenn alle / fast alle kommen? Dann brauchen wir wohl einen zusätzlichen Tisch, was bei der Feier auf Kosten der Tanzfläche sein wird... So richtig wohl fühle ich mich mit diesen angenommenen Zahlen nicht, ich hoffe, dass sich bald klärt, wie viele Menschen wirklich kommen werden, immerhin muss die Planung ja weitergehen.
Wir haben uns auf eine Traumzahl geeinigt, dabei sind alle liebsten Menschen, die wir gern haben und ein statistischer Prozentsatz abgezogen. Laut mehreren Angaben im Netz, Literatur und Hinweise von bereits Verheirateten können ca. 10% der eingeladenen Gäste nicht kommen. Wir haben also unsere Liebsten zusammengezählt und dann 10% abgezogen, das wird nun unsere offizielle Gästezahl werden. Ob das dann eh passt, pf, keine Ahnung. Was solln wir machen, wenn 4 Menschen nicht können, doch ihren Anhang auch nicht mitbringen, schon sind 20 Leute weg. Und was sollen wir machen, wenn alle / fast alle kommen? Dann brauchen wir wohl einen zusätzlichen Tisch, was bei der Feier auf Kosten der Tanzfläche sein wird... So richtig wohl fühle ich mich mit diesen angenommenen Zahlen nicht, ich hoffe, dass sich bald klärt, wie viele Menschen wirklich kommen werden, immerhin muss die Planung ja weitergehen.
Freitag, 6. Dezember 2013
Fremde Pfarrer unerwünscht
Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit dem Glauben, das geb ich gerne zu. Aber in meiner Jugend fand ich einen Geistlichen, der mir den zeitgemäßen und lockeren Umgang mit Gott vorstellte und mit dieser Vorstellung lebe ich nun schon seit knapp 15 Jahren. Ja, ich glaube an Gott - nicht den rachsüchtigen, von dir Perfektionismus verlangenden, nachtragenden, sondern den verstehenden, verzeihenden und freundlichen Gott. Daher ist es für mich aber auch wichtig, kirchlich getraut zu werden und den Segen Gottes und unserer Glaubensgemeinschaft zu bekommen.
Doch was machen, wenn die Kirche, mit der du so stark verbunden bist nicht die Kirche deines Wunschpriesters ist?
Tatsache ist, es gibt eine Kirche, die mir sehr wichtig ist. Dieses Gebäude und ich haben eine nun schon 29jährige Vergangenheit und ich wäre sehr traurig, könnte ich nicht in dieser Kirche meinen erwünschten Gottessegen erhalten. Doch der Priester, der mich zum Glauben zurückgeführt hat und meine Neugierde an Religion und die Bedeutung in meinem eigenen Leben erweckt hat, stammt aus einer anderen Pfarrei. Theoretisch ist es möglich, dass mein Wunschpriester uns in meiner Wunschkirche traut, doch ist das mit einigen Schwierigkeiten gepaart. Denn wer sagt schon dem Pfarrer, dass man zwar seine Kirche, nicht aber seine Dienste in Anspruch nehmen will? Ein vorsichtiges Anfragen stößt gleich auf ein ruppiges, aber trotzdem unterschwellig verständnisvolles "Da müsse man noch schaun!". Aber ernsthaft, kannst du dem Pfarrer, der dich in seiner Kirche heiraten lässt sagen, dass du ihn selber nicht haben willst, weil du schon jemanden anderen haben möchtest?
Also nachdem wir uns wirklich wochenlang davor gesträubt haben, haben wirs nun hinter uns gebracht und es fühlt sich echt beschissen an. Es tut mir Leid und ich fühl mich schlecht.
Aber irgendwie hab ich langsam auch das Gefühl, dass meine Schuldgefühle wesentlich stärker als dieVorwürfe Traurigkeit des Pfarrers sind. Vielleicht sind fremde Pfarrer eh nicht soooo unerwünscht. Vielleicht hab ich nur das Gefühl, den zu meiner Kirche gehörenden Pfarrer zu hintergehen...
Doch was machen, wenn die Kirche, mit der du so stark verbunden bist nicht die Kirche deines Wunschpriesters ist?
Tatsache ist, es gibt eine Kirche, die mir sehr wichtig ist. Dieses Gebäude und ich haben eine nun schon 29jährige Vergangenheit und ich wäre sehr traurig, könnte ich nicht in dieser Kirche meinen erwünschten Gottessegen erhalten. Doch der Priester, der mich zum Glauben zurückgeführt hat und meine Neugierde an Religion und die Bedeutung in meinem eigenen Leben erweckt hat, stammt aus einer anderen Pfarrei. Theoretisch ist es möglich, dass mein Wunschpriester uns in meiner Wunschkirche traut, doch ist das mit einigen Schwierigkeiten gepaart. Denn wer sagt schon dem Pfarrer, dass man zwar seine Kirche, nicht aber seine Dienste in Anspruch nehmen will? Ein vorsichtiges Anfragen stößt gleich auf ein ruppiges, aber trotzdem unterschwellig verständnisvolles "Da müsse man noch schaun!". Aber ernsthaft, kannst du dem Pfarrer, der dich in seiner Kirche heiraten lässt sagen, dass du ihn selber nicht haben willst, weil du schon jemanden anderen haben möchtest?
Also nachdem wir uns wirklich wochenlang davor gesträubt haben, haben wirs nun hinter uns gebracht und es fühlt sich echt beschissen an. Es tut mir Leid und ich fühl mich schlecht.
Aber irgendwie hab ich langsam auch das Gefühl, dass meine Schuldgefühle wesentlich stärker als die
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