Freitag, 22. November 2013

Der Brautführer

Wieso geht eigentlich jeder davon aus, dass der leibliche Vater der Brautführer sein wird? Will ich den "letzten Gang als Unverheiratete" mit jemanden gehen, der mit vorgeschrieben wird? Das ist wieder so ein Moment, der in der Kategorie "das gehört sich so/ das muss so sein" zu finden ist. Für mich sollte mein Brautführer derjenige sein, der mich bisher versorgt und großgezogen hat. Zugegeben, ich führe seit rund 8 Jahren mit meinem Schatz unseren gemeinsamen Haushalt, also wäre wohl er die geeignetste Person, aber zuvor hat mich meine Mutter und zwar nur meine Mutter großgezogen. In der Pubertät habe ich meinen Vater für mich wiederentdeckt und genieße selbstverständlich die von mir gewünschten Kontakte, doch es wäre eine Lüge zu behaupten, dass er der geeignete Mensch ist, um mich an meinen Zukünftigen zu übergeben.
Doch immer dieser Druck und diese Erwartungen... Und ich will ja keinen Menschen enttäuschen,. schon gar nicht die, die ich gerne hab...
Ich hab mich jetzt zu etwas Unkonventionellem entschlossen: Ich werde einfach zwei Brautführer haben. Meine Mutter wird mich an meiner linken führen, ganz nahe an meinem Herzen, mein Vater wird mich an meiner rechten führen, so wie es die Konventionen (und er in seinem Brautvaterherzen) erwarten... Das ist die Lösung die ich für mich gefunden habe und mit der ich mich sehr wohl fühle. Mal schaun, was das dann für Getuschel auslösen wird...

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